"Laufen sollte nicht nur immer daraus bestehen, wie kann ich eine Strecke in kürzester Zeit zurücklegen und nur die Zeit ist wichtig. Es gibt viel andere schöner Erlebnisse auf der Strecke, die man
mit nur schnell laufen verpasst."
(Klaus in seinem Kommentar zu
Holgers Bericht)
Dieser Kommentar hat mich heute begleitet - den ganzen Tag und jawohl - auch abends beim Laufen.
Ich habe meine Laufpause beendet!
Den ganzen Tag habe ich mich schon so darauf gefreut! Ich mußte heute arbeiten und immer wieder fiel mein Blick durchs Fenster in die schöne, fast schon sommerliche Landschaft. Ich konnte
es kaum noch erwarten!
Vor wenigen Tagen habe ich in meinem offenen
Brief an Martin geschrieben, daß ich immer auf meinen Körper hören werde. Genau das habe
ich heute getan. Ich
wollte, mein Körper
wollte laufen!
Ich glaube, ich habe noch nie einen solchen "Heißhunger" auf`s Laufen verspürt. Als ich zu Hause war, sprang ich in die Laufklamotten, warf erst einen Blick in unser kleines,
liebevolles
Rennsteiglaufforum, las das Thema
Startseite-Lied ausknipsen
und lief los. Jetzt logischerweise mit Ohrwurm :) - dem Rennsteiglauflied. Ich summte es ständig vor mich hin und mußte immer wieder über unsere Diskussion im Forum schmunzeln. Allerdings
habe ich festgestellt, daß ich auch nicht sonderlich textsicher bin und beschloß für mich, daran bis zum nächsten Rennsteiglauf noch ein wenig zu "arbeiten"
Mit dem Rennsteiglauflied im Ohr lief es von Anfang an locker und leicht, ich habe mich schon lange nicht mehr so wohl gefühlt! Die Laufpause hat mir gut getan, aber jetzt ist sie vorbei!
Martin wird schon dafür sorgen, daß ich es nicht übertreibe, aber das will ich auch nicht.
Immer wieder denke ich über Holgers Bericht nach und das Echo, das es ausgelöst hat. Klaus hat gestern in seinem
Kommentar genau meine Empfindungen zum Ausdruck gebracht und mich die Frage stellen lassen: Worin besteht der Sinn des
Laufens?
Sicher hat da jeder seine eigene Meinung. Aber ich habe in vielen Diskussionen diesen verbissenen Ehrgeiz rausgehört, auf Teufel komm raus noch ein paar Sekunden rauszuholen, nur an neue Bestzeiten
zu denken und sich dafür zu "quälen"!
Versteht mich nicht falsch, ich habe wirklich nichts gegen Leistungssport. Aber immer häufiger begegnet mir auch im Volkssport dieser verbissene Ehrgeiz. Ich kann mir nicht vorstellen, wie
man das Laufen "geniessen" kann, wenn man nur neuen Bestzeiten "nachjagt". Ich laufe durch den Wald, sehe die Bäume, die Natur, fühle mich glücklich und frei. Kann es ein schöneres Ziel geben? Wäre
ich glücklicher, wenn ich einen Marathon in 4 Stunden schaffen würde?
Ich würde mich freuen, wenn noch viel mehr Läufer den Weg als ihr Ziel betrachten würden.
Viele Anfänger schrecken vielleicht auch davor zuück, weil sie sich vom "Leistungsgedanken" im Freizeitsport erschlagen fühlen... und einfach Angst haben, nicht schnell genug zu sein? Und deshalb
vielleicht as Laufen aufgeben, bevor sie richtig angefangen haben?
Oftmals höre ich Läufer, insbes. Laufanfänger, wie sie sich entschuldigen (müssen), daß sie langsam laufen.
Das ist eigentlich nur schade.
Ich bin froh und glücklich, daß ich inzwischen Freunde gewonnen habe, die mit mir langsam und genußvoll laufen.
Mein Leben ist dadurch reicher geworden.
Danke Klaus, für deinen Komentar. Danke auch Dir lieber Joghi, fun walker, Petra, Ramona und Etzelmania für eure Kommentare zu Holgers Bericht.
Danke auch Dir, lieber unbekannter Holger (der nicht mit dem Holger aus dem Bericht identisch ist), daß Du Holgers Bericht im Forum der
Streakrunner verlinkt hast, damit ihn noch möglichst viele Läufer lesen.
Ich war heute nicht sehr lang unterwegs, aber ich bin nach Hause gekommen und war glücklich.
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